Der Fall Wilhelm Reich: Presseheft

 
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Ein Film von Antonin Svoboda

Österreich 2012

KINOSTART: 05.09.2013
Laufzeit: 110 Minuten

Verleih:
Movienet Film
Rosenheimerstr. 52
81669 München
Tel: 089-489530-51
Fax: 089-489530-56

info@movienetfilm.de

Pressekontakt:
Greenhouse PR
Silke Lehmann / Almut Wilmes
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10783 Berlin
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Vertrieb:
24 Bilder Filmagentur
Boosstr. 9
81541 München
Tel: 089-4423276-11
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Stab

Wilhelm Reich

  Klaus Maria Brandauer
Eva Reich
  Julia Jentsch
Paul
  Kenny Doughty
Ilse Reich
  Jeanette Hain
Hamilton
  Jamie Sives
Aurora
  Birgit Minichmayr
Peter
  Shaun Nicholas Aylward
Agent Klein
  Denis Podalydès
Dr. Cameron
  Gary Lewis
Hills
  David Rasche


Besetzung

Regie & Drehbuch

  Antonin Svoboda
Produzenten
  Franz Novotny
  Alexander Glehr
  Antonin Svoboda
  Martin Gschlacht
Co-Produzenten
  Tommy Pridnig
  Peter Wirthensohn
Kamera
  Martin Gschlacht
Schnitt
  Oliver Neumann
Szenenbild
  Katharina Wöppermann
Kostümbild
  Tanja Hausner
Musik
  Bernd Jungmair
  Stefan Jungmair
Ton
  Odo Grötschnig
Casting
  Lisa Oláh
Tiertraining
  Christoph Kappel

DER FALL WILHELM REICH ist eine Produktion von Novotny & Novotny Filmproduktion Coop 99 Filmproduktion, co-produziert von Lotus Film, gefördert von Filminstitut, Filmstandort Austria, ORF Film/Fernsehabkommen, FilmFonds Wien, Niederösterreich Kultur

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Inhalt

SYNOPSIS
Wilhelm Reich (Klaus Maria Brandauer) muss 1939 vor den Nazis, die seine Schriften verbrennen, in die USA fliehen. Hier, im "Land der Freiheit", hofft der österreichische Psychiater und Grenzforscher seine Forschungsarbeiten fortsetzen zu können.

Intensiv beschäftigt sich der Psychoanalytiker mit der von ihm entwickelten Orgon-Therapie und konstruiert neben dem "Orgon-Akkumulator" auch den "Cloudbuster", eine Maschine, die Regen produzieren soll. Besonders fasziniert Wilhelm Reich die Suche nach der ursprünglichen Energie des Lebens, die er mit aller Kraft vorantreibt. Tochter Eva (Julia Jentsch), die nach Jahren wieder zu ihrem Vater gefunden hat und seine jetzige Frau Ilse (Jeannette Hain) unterstützen ihn dabei.

Aber schon lange steht Reich im Blickfeld der unerbittlichen Kommunistenjäger McCarthys und der US-Gesundheitsbehörde. Als ehemaliger Kommunist und wegen seiner unorthodoxen Therapiemethoden wird er beschattet und abgehört. Ein Mensch wie Reich, der das Individuelle im Menschen entfesseln will, passt nicht in ihr rigides System. Die Ermittler schrecken auch nicht davor zurück, Reichs Mitarbeiterin Aurora (Birgit Minichmayr) unter massiven Druck zu setzen.

Auch unter den Psychiatern hat Reich viele Gegner, die seine Ideen ablehnen. Die Hetzjagd beginnt, der Wissenschaftler soll zu Fall gebracht werden. Er widersetzt sich wiederholt gerichtlichen Anordnungen und wird zu einer Haftstrafe verurteilt. Kurz vor seiner Entlassung stirbt Wilhelm Reich 1957 unter mysteriösen Umständen im Gefängnis…

PRESSENOTIZ
War es Wahnsinn, an die Freiheit des Menschen zu glauben, oder war Wilhelm Reich nur zur falschen Zeit am falschen Ort? Zehn Jahre nach seinem Tod in einem US-amerikanischen Gefängnis werden Reichs Schriften zu einem Wegbereiter der 68er- Generation. Seine visionären Ideen wirken bis heute nach: In einer hochtechnisierten Gesellschaft stoßen Reichs alternative Heilmethoden, die sich wissenschaftlichen Erklärungen entziehen, auf große Zustimmung, aber auch harsche Ablehnung.

Der österreichische Regisseur Antonin Svoboda zeichnet auf verschiedenen Zeitebenen das vielschichtige Leben eines Menschen nach, dessen außergewöhnliche Ideen immer wieder mit den Normen der Gesellschaft kollidierten.

Klaus Maria Brandauer in der Titelrolle verkörpert einfühlsam und engagiert den vielschichtigen Mann und Wissenschaftler Wilhelm Reich, der an sich und seine Ideen glaubte und sich nicht von seinem Weg abbringen ließ.

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Wilhelm Reich (1897-1957) – Visionär, Aufklärer, Provokateur, Rebell, Scharlatan, Wunderheiler, Sexguru…

…viele Bezeichnungen wurden dem österreichisch-amerikanischen Psychiater Wilhelm Reich zu Lebzeiten und nach seinem Tod zuteil. Als Pionier des ganzheitlichen Denkens akzeptierte er weder Dogmen noch Denkverbote und musste zweimal mit ansehen, wie seine Bücher verbrannt wurden: 1933 von den Nazis und 1956 – nach seiner Emigration in die USA – von der US-Gesundheitsbehörde, die ihn auch zwang, seine Orgon-Akkumulatoren zu zerstören.

Noch als Student wurde er 1920 von Sigmund Freud in die Wiener Psychoanalytische Gesellschaft aufgenommen und ein Jahrzehnt später wieder verstoßen. Zu sehr missfielen seinem Lehrmeister seine Theorien über die Funktion des Orgasmus, seine Beschäftigung mit psychosomatischen Denkansätzen und seine temporäre Hinwendung zum Kommunismus.

Reich praktizierte als Psychoanalytiker und schrieb wegweisende Bücher wie "Der Einbruch der Sexualmoral" (1932), "Die Massenpsychologie des Faschismus" (1933) und "Die Funktion des Orgasmus" (1942). Seine letzten Lebensjahre waren von der Erforschung der Orgon-Energie geprägt, deren freier Fluss für ihn die wesentliche Voraussetzung physischer und psychischer Gesundheit war.

In den düsteren McCarthy-Jahren wurde er mit seinen unorthodoxen Therapiemethoden und seiner fundamentalen Kritik an der Atomforschung zur Zielscheibe der Gesundheitsbehörde. Entgegen einer gerichtlichen Anordnung setzte Reich seine Arbeit fort. Zu zwei Jahren Haft verurteilt, starb er 1957 unter ungeklärten Umständen in seiner Gefängniszelle. Zehn Jahre nach seinem Tod wurde Wilhelm Reich zu einem der intellektuellen Leitbilder der 68er-Generation.

KLEINE GLOSSAR ZU WILHELM REICH

CLOUDBUSTER: Maschine, die Regen produziert, in dem sie Orgon-Energie in die Atmosphäre schießt. Diente auch als Inspiration für den Kate Bush-Song „Cloudbusting“ von 1985. In dem von Terry Gilliam und Kate Bush konzipierten Musikvideo stellt Donald Sutherland Wilhelm Reich dar.

ORGON: von Wilhem Reich geprägter Begriff, den man allgemein als Lebensenergie bezeichnen könnte.

ORGONOMIE: setzt sich zusammen aus „Orgasmus und Organismus“: Wissenschaft der kosmischen, prä-atomaren, primordialen, universellen Energie, aus der das Leben hervorgeht.

ORGON-THERAPIE: Die Orgon-Therapie oder das Orgontraining setzt sich zum Ziel, Spannungen zu lösen und behinderte Energien des Menschen zu aktivieren und zum Fließen zu bringen, des Weiteren soll die Orgon-Therapie die Orgasmusfähigkeit steigern.

ORGON-AKKUMULATOR: Kasten, der die Orgon-Energie akkumulieren soll. Der Patient setzt sich eine bestimmte Zeit lang hinein. Wilhem Reich war der Meinung, dass Kästen, deren Innenwände mit einem Metall und die Außenwände mit organischem Material beschichtet sind, am besten funktionieren. Laut Reich können viele Doppelschichten um einen Kasten herum die Orgon-Energie besser sammeln. Zahlreiche Bauanleitungen für Orgonakkumulatoren kursieren im Internet.

SEXUELLE REVOLUTION: Bewegung, die sich u. a. auf Reichs Werk berufen hat, besonders auf sein Buch „Die Funktion des Orgasmus“, das 1969 zum ersten Mal in der Bundesrepublik herauskam Nach Wilhelm Reichs Theorie sind alle Neurosen die Folge gestauter Sexualenergie. Für ihn ist die orgastische Potenz etwas Positives, denn sie bedeutet auch soziale Potenz, die zur Humanisierung des Individuums beträgt.

WR – MYSTERIEN DES ORGANISMUS: Kultfilm über Wilhelm Reich von 1971, Regie: Dušan Makavejev

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Interview mit dem Regisseur Antonin Svoboda

Sie haben schon eine TV-Dokumentation ("Wer hat Angst vor Wilhelm Reich?" 2009, Anm.) gemacht, jetzt einen Spielfilm – was ist die Faszination an der Person Wilhelm Reich?

Ich finde es sehr mutig, scheinbar einfache Fragen in einer komplexen Welt zu stellen, in der oftmals das Wesentliche nicht mehr sichtbar ist. Zwar hat sich Reich auch mit komplexen Vorgängen im Menschen und in der Natur beschäftigt, aber seine Suche war immer eine Suche nach Einfachheit. Die Frage, ob es ein einfaches Prinzip hinter all den Dingen gibt, ist sehr faszinierend und irgendwie auch befreiend.

Wenn es etwas Persönliches gibt, was mich an Reich fasziniert, dann ist es letztlich sein intuitiver Zugang. Intuition vielleicht auch als Phänomen, geleitet zu sein. Sei es seine intuitive Behandlung von Menschen, mit der er sich von der Freud’schen Psychoanalyse abgewendet hat, oder die intuitive Beobachtung der Vorgänge in der Natur. Reich hat sich immer selbst in den Beobachtungs- beziehungsweise Behandlungsprozess mit einbezogen. Damals wie heute ein Tabu in der Psychoanalyse, ein Muss anderseits in der Forschung seit der Heisenbergschen Unschärferelation.

Er war eine ambivalente Persönlichkeit, die auch sehr viele Feinde hatte. Das Problem wird in der Dokumentation stark aufgezeigt. Was hat Sie dazu bewogen, jetzt noch einen Spielfilm über ihn zu drehen?

Der Spielfilm war eigentlich die erste Idee. Es hat vor sieben Jahren mit dem ersten Drehbuchentwurf begonnen und mir war bald klar, dass ich mir einen großen theoretischen Background erarbeiten und intensiv recherchieren muss. Dadurch wurde das Drehbuch irgendwie überfüllt und überladen, so dass es einfach keine sinnliche Annäherung mehr war. Mich haben der wissenschaftliche Stoff und die äußerst umfangreiche Biografie mehr oder weniger erschlagen. Also war der nächste Schritt, erst einmal eine Dokumentation daraus zu machen. Danach konnte ich mich dem Kern der Geschichte und der Person gegenüber wieder öffnen und in eine emotionale Geschichtenerzählung zurückfinden.

Die letzten zweieinhalb Jahre habe ich dann intensiv mit Klaus Maria Brandauer am Drehbuch gearbeitet und dadurch haben sich die wichtigen Stationen und Momente des Grenzgängers Reich heraus kondensiert.

Was macht die historische Persönlichkeit so gegenwärtig?

Es hat sich einfach nicht so wahnsinnig viel in den letzten 50, 60 Jahren verändert. Klingt verrückt, ist aber so. Die Welt verändert sich äußerlich, ihr Erscheinungsbild wird mechanistischer, auch durchweg interessanter und komplexer. Im Grunde aber stehen wir wie damals vor denselben Problemen. Großmächte kämpfen mit immer stärkeren Wirtschaftslobbys um Machterhaltung und -erweiterung. Der einzige Zahler und Leistungsträger dabei ist der arbeitende Mensch. Das hat Reich auch schon in den 30er Jahren beschrieben, seine Vision von einer sozialen Arbeitsdemokratie. Natürlich muss die unmittelbare Konfrontation mit Atomenergie und der Atombombe in den 50ern noch einmal etwas anderes gewesen sein, aber die Gefahr ist geblieben. Wir haben möglicherweise das Gefühl, das Ganze besser kontrollieren zu können, vor allem durch staatliche Kontrollen, inwieweit das Gefühl, dieser Glaube noch gültig sind, wird täglich fragwürdiger. Die Angst vor den Gefahren und die Suche nach alternativen Lösungsmöglichkeiten ist geblieben. Nichts anderes hat Reich damals intuitiv gesucht. Er wollte praktische Ansätze finden und das ist faszinierend und notwendig, möglicherweise notwendiger denn je.

Die Erfindung dieser Regenmaschine von Reich – was ist das für ein Gerät?


Das ist ein Cloudbuster – und mit dem hat Wilhelm Reich sozusagen die Atmosphäre beeinflusst und unter anderem eben auch Regen verursacht.

Mit welchem Ziel?


Reich hoffte, damit sein kontaminiertes Areal Orgonon in Maine, das damals durch einen Radium-Unfall beeinträchtigt wurde, von dieser Verstrahlung zu befreien. Da diese Verstrahlung hauptsächlich in der Luft war, hat er ein Instrument benötigt, mit dem er auf die Luft Eingriff nehmen konnte. Es ist aber gar nicht so verrückt, wenn man den roten Faden in Reichs Forschung verfolgt. So wie die alten Griechen schon vom Gleichgewicht der Körperflüssigkeiten sprechen, wir übrigens bis heute mit Begriffen wie z. B. "im Saft stehen", so hat Reich ebenfalls den Menschen wie die Natur als dehydriert oder eben mit gutem Energiefluss betrachtet. Wasser ist unser Hauptmedium, und wie wir mittlerweile wissen, eines der ältesten Speichermedien.

Wie ist das Verhältnis zwischen Fakten und Fiktion in dem Film?

AS: Ein Film ist immer eine Art von Überhöhung. Jeder Spielfilm, auch ein Biopic oder Period Picture, muss kondensieren und dramatisieren. Das ist schlicht dem Geschichtenerzählen immanent. Alle historischen Elemente, die vorkommen, basieren auf wahren Begebenheiten. Ich wollte nicht versuchen, innerhalb der Forschung Reichs oder seiner politischen Verfolgung noch etwas zu erfinden. Die Geschichte an sich ist schon so fantastisch oder ungeheuerlich, dass es Grundlage genug für den Spielfilm war. Man nehme nur seinen Weg von einer körperorientierten Psychotherapie bis hin zum "Regen machen" im Sinne einer Heilung der Natur.

Welche Elemente seines Lebens geben Stoff für einen Politthriller?


AS: Für den Politthriller ist die amerikanische Epoche seines Lebens ausschlaggebend, weil dort all sein Handeln und Forschen als tatsächlich politisch bedrohlich gesehen wurde. Zuvor, in Europa, war er mehr mit gesellschaftlichen Verfolgungen konfrontiert. Überall dort, wo er mit seiner Forschung die Soziologie in die Psychotherapie einbrachte oder in gesellschaftliche Tabus vorgestoßen ist, zum Beispiel eine freie Sexualität zu erdenken und auch auszuleben.

Aber wie gesagt, ein Politthriller ist es erst geworden, nachdem er in Amerika zuerst Probleme mit der Pharmaindustrie bekam, weil er nach alternativen Ansätzen für die Krebsforschung gesucht hat. Dann kam durch seine Experimente mit Radium die Atombehörde ins Spiel und natürlich die mächtige FDA (Food & Drugs Association), also die Gesundheitspolizei, wenn man so will, vor der CIA die Kontrollinstanz im Land, mit Mitarbeitern, die Waffen tragen durften.

Macht das auch einen Teil der Faszination aus, dass er eben auch so eine umstrittene Figur war und seine Überzeugungen trotzdem bis zur bitteren Konsequenz vertreten hat?


Natürlich. Es wäre langweilig, eine lineare Figur zu beschreiben, wo am Anfang wie am Ende klar ist, wo’s hingeht und was passieren wird. Es ist die Unberechenbarkeit Reichs und seine Sehnsucht und Suche nach der Wahrheit innerhalb seines Forschungsgebiets, die den Spannungsbogen dieser Figur zeichnen. Und es ist die Geschichte eines Menschen, der sich über die fragwürdigen Konventionen einer manipulativen Gesellschaft dem natürlichen Wesen Mensch verschrieben, ja hingezogen gefühlt hat.

Eine Figur, die prädestiniert ist für Klaus Maria Brandauer?

Wenn man die Möglichkeit hat, mit einem so erfahrenen Schauspieler wie Klaus Maria Brandauer zu arbeiten, dann ergeben sich zwangsläufig Fragen nach dem „anders Darstellbaren“. Eine weitere dramatisierte Gefühlsklamotte, ein weiteres Action aufgeladenes Hollywood Drama war nicht unser Ziel. Sein durch Nichtsein sagen die Taoisten, wirken durch Ausstrahlung, eine Rolle, die von innen nach außen leuchtet, vielleicht eine Aura erzeugen, die man auch Reich nachgesagt hat, manchmal lachend wie ein Buddha, manchmal unerbittlich wie ein General. Im Grunde aber eine Entschleunigung der Bilder, der Momente, um den Blick wieder frei zu machen für andere Dimensionen unseres Lebens und unserer Gesellschaft. Somit war er mein Wunschschauspieler und ist es schließlich auch geworden.

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