Der Hund begraben: Presseheft (Auszüge)

 
Presseheft: Inhalt
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Ein Film von Sebastian Stern

Deutschland 2016

KINOSTART: 23.03.2017
Laufzeit: 86 Minuten

Verleih:
Movienet Film
Rosenheimerstr. 52
81669 München
Tel: 089-489530-51
Fax: 089-489530-56

info@movienetfilm.de

Pressekontakt:
ana radica ! Presse · Organisation
Ulrike Körner, Veronika Gruber
Herzog-Wilhelm-Straße 27
80331 München
Tel. 089/236 61 20
ulrikekoerner@ana-radica-presse.com
veronikagruber@ana-radica-presse.com

 

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Besetzung

Hans Waldmann

  Justus von Dohnányi
Yvonne Waldmann
  Juliane Köhler
Mike
 

Georg Friedrich

Laura Waldmann
 

Ricarda Viola Zimmerer

Fabi
  Ben Cervilla Fischer
  u.v.a.

Stab

Buch & Regie

  Sebastian Stern
Kamera
  Peter von Haller
Szenenbild
  Markus Dicklhuber
Schnitt
  Frank Müller
Kostümbild
  Claudia Maria Braun
Maskenbild
  Sylvia Niehues
  Dorothea Goldfuß
Oberbeleuchter
  Michael Beitz
Tonmeister
  Udo Steinhauser
Mischtonmeister
  Christoph Merkele
Casting
  Kathrin Künzel-Sedler
Komponist
  Markus Lehmann-Horn
Titelsong
  Nick Woodland
Aufnahmeleitung
  Caroline Fischer
Producer
  Rafaela Evers
Regieassistenz
  Jonas Brand
Produzent
  Ralf Zimmermann
Redaktion BR/arte
  Hubert von Spreti
  Natalie Lambsdorff
  Monika Lobkowicz

Der Hund begraben ist eine Produktion der Glory Film, Glory Film in Koproduktion mit BR, ARTE, Roxy Film und Schubert International, gefördert von FFF Bayern, DFFF, Kuratorium junger deutscher Film, BKM und FFA

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Kurzinhalt

Familienvater Hans (Justus von Dohnányi) steckt in der Krise. Sein Arbeitsleben hat soeben ein abruptes Ende gefunden und seine Familie scheint ihn auch nicht mehr richtig zu beachten. Da steht auf einmal ein streunender Hund vor der Türe und begehrt Einlass in das Familienleben. Während Ehefrau Yvonne (Juliane Köhler) sich augenblicklich in das Tier verliebt, wird Hans im Angesicht des neuen „Rivalen“ mehr und mehr klar, wie sehr er selbst überflüssig ist. Als der Hund eines Tages verschwindet und ein merkwürdiger Fremder (Georg Friedrich) der Familie seine Hilfe anbietet, laufen für Hans die Dinge komplett aus dem Ruder …

DER HUND BEGRABEN ist eine schwarze Komödie über die Angst, ersetzbar zu sein und die Unfähigkeit, darüber zu reden. Über den falschen Umgang mit Problemen. Und über die Notwendigkeit, den richtigen Moment für die Wahrheit zu erwischen – auch wenn diese noch so bitter ist.

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Langinhalt & Pressenotiz

D ie Finnen haben die Papierfabrik übernommen. Deshalb muss Hans gehen. Hans liebt Papier, er arbeitet hier aus Berufung. Die Freistellung muss er erstmal verarbeiten. Und dann versuchen, sie zuhause zu kommunizieren. Aber die 15jährige Tochter hat einen Freund, ihren ersten, und ist deshalb unansprechbar. Die Frau verrückt den Tisch nach Feng Shui und hört auch nicht zu. Und in der Nacht steht ein Hund vor der Terrassentür. Ein Mischling, der alle Aufmerksamkeit an sich bindet. Hans kommt nicht durch. DER HUND BEGRABEN – diese schwarze Komödie von Sebastian Stern folgt der Krise von Hans bis in die ganz tiefen, dunklen Abgründe.

Wo der Hund begraben ist, das müsste man wissen, wenn man Probleme hat. Ist aber gar nicht so leicht auszumachen, die Wurzel des Übels. Hans ist verloren in seinem Leben, und Justus von Dohnányi bringt mit seinem traurigen Hundeblick die Misere auf den Punkt. Juliane Köhler spielt Ehefrau Yvonne, die sich auf den ersten Blick in den zugelaufenen Hund verliebt. Der Hund als Gattenersatz - Hans ist überflüssig. Ein bizarrer Selbsthilferatgeber kann auch nicht helfen, „Sei der Hund, nicht der Schwanz“ heißt das esoterische Wünschdirwas-Buch, einmal faselt der Autor was von Pluto, der astrologisch für verdrängte Leidenschaften steht und doch zum Zwergplaneten heruntergestuft wurde - ob Pluto sich diese Aberkennung seines Status gefallen lässt? Wird Pluto blutige Rache üben?

Blutig wird es, so oder so. Von seiner Abfindung kauft sich Hans, sonst die Vernunft in Person, ein Cabrio. Saust fröhlich nach Hause, bis es Rums macht. Und Yvonne mit der ganzen Nachbarschaft Hundchen Kurt sucht, Kurt wie Cobain. Gewissenskonflikte. Wie kann Hans das gestehen, zumal er noch nichts von Jobverlust und Cabrio gesagt hat? Auftritt Georg Friedrich. Dessen Mike fühlt sich ebenfalls vom Universum betrogen, aber Hans ist ihm sympathisch. Wahrscheinlich für ein paar Karmapunkte mehr bietet er sich an: Er will den toten Hund auf seine Kappe nehmen. Dann ist Yvonne auf ihn sauer, aber Hans entlastet. Nur: Auch Mike bringt die Wahrheit nicht übers Herz. Und nistet sich bei Hans ein. Weil er sich an Yvonne ranmachen will, schließlich ist sein Herzenswunsch eine Frau, die das Universum ihm schuldet…

Hund als Gattenersatz, Mike als Hundeersatz: Eine einfache Konstellation, aber perfekt ausgespielt, dramaturgisch wie handlungstechnisch. Die Dialoge sitzen. Die Darstellung bringt pointiert die Tragik im Komischen und die Komik im Tragischen zum Tragen. Die Regie ist absolut souverän, was die Stimmung des Films angeht: Ein immer schneller werdendes Rutschen ins Absurde, das eigentlich nur der langweilige Alltag ist, in dem Hans Zuschauer seines eigenen Lebens ist.

Eine tolle Komödie, konsequent durchgespielt, mit klug eingesetzten überraschenden Wendungen, denen der Zuschauer gerne folgt – unvorhersehbar, was geschehen wird, und man folgt dem Film gerne in seinen Windungen. Einfach, weil er sehr lustig ist. Das Unglück, ach, es lauert an jeder Ecke, sagt Hans; aber manchmal kann man das Unglück vom Glück gar nicht so recht unterscheiden.

Harald Mühlbeyer, kino-zeit.de

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Interview mit Regisseur Sebastian Stern

Dein aktueller Film handelt wieder von einem Mann, der im familiären Umfeld sowie im Job in eine Krise gerät. Ist Der Hund begraben eine Fortsetzung von "Die Hummel"?

Für mich stand bei "Die Hummel" die Auseinandersetzung mit dem Scheitern im Mittelpunkt. DER HUND BEGRABEN ist hingegen mehr ein Film über Nicht-Kommunikation und den Umgang mit Problemen, die man so lange nicht ausspuckt, bis sie sozusagen zu Ungeheuern werden. Im Vergleich zu Die Hummel ist der neue Film weniger kleinstädtisch. Die Geschichte spielt in einem zeitloseren Stadtrand-Setting und ist auch weniger bayerisch gefärbt. DER HUND BEGRABEN ist außerdem nicht so episodisch, sondern sehr auf den Kern einer Familie verdichtet, und ich konnte den Grenzgang zwischen Ernsthaftigkeit und schwarzem Humor noch stärker herausarbeiten.

Wie hast du diesen Grenzgang in deinem Film erzählt?

Mir persönlich gefällt es, wenn Humor an der Grenze zum Tragischen wandert, man darüber lachen kann, das Lachen aber immer auch ein bisschen weh tut. Ich mag es sehr, wenn Geschichten dem Zuschauer am Anfang die Hand reichen und ihm scheinbar vertrautes Leben suggerieren und dann, sobald er sich drauf einlässt, immer absurder werden. Solch eine Sprungschanze ins Absurde wollte ich erzählen. Wenn man den Zuschauer über eine Alltagsgeschichte in die Handlung hineinzieht, geht er auch in den späteren Abgrund mit. Aber man braucht die Normalität als „Einstiegshilfe“.

In deinen Filmen ist die Komik der Figuren nicht vordergründlich komödiantisch, sondern entsteht aus ihrem Handeln heraus. Es ist eine gelungene Gratwanderung, dass die Figuren dabei nicht lächerlich wirken.

Es ist über den langen Prozess vom Schreiben bis hin zur Postproduktion eine Herausforderung, sich immer einen frischen Blick auf die Komik zu erhalten und zu sehen, was gut funktioniert und wo sich die Komik gerade abnutzt. Wichtig ist in jedem Fall, Schauspieler zu haben, die die Figuren mit einer großen Aufrichtigkeit spielen. Wenn die Geschehnisse wie in DER HUND BEGRABEN immer absurder werden und das Spiel der Schauspieler dieses Gefühl noch zusätzlich befördert, gelangt man schnell in etwas Farce-artiges oder in eine zu starke Überzeichnung. Meine Ansage an die Schauspieler war daher immer, das noch so absurde Geschehen mit einer größtmöglichen Ernsthaftigkeit zu verkörpern. Der Zuschauer soll sehen, dass Situationen mehr und mehr aus dem Ruder laufen und die Handlungen den Figuren im gleichen Moment aber abnehmen. Dafür braucht man Schauspieler, die den Mut haben, das Komische nicht zu komödiantisch zu spielen.

Jürgen Tonkel hast du damals bei "Die Hummel" als Hauptdarsteller überzeugen können, indem du sagtest, du suchst einen bayerischen Bill Murray. Wie hast du Justus von Dohnányi für die Hauptrolle deines neuen Films gewinnen können?

Justus habe ich ein Jahr vor Drehbeginn bei einem Empfang auf der Berlinale angesprochen und hatte das Glück, dass er Die Hummel bereits kannte. So konnte er sich ganz gut vorstellen, was ich für einen Film machen wollte. Er ist jemand, der eine große Sensibilität dafür hat, wo man als Regisseur hin will und kann die Mittel suchen, die das unterstützen. Obwohl er selbst auch Regisseur ist, hat er eine ganz große Loyalität der eigenen Idee gegenüber. Das war bei den anderen Schauspielern genauso. Georg Friedrich war im Film der Eindringling von außen. Ich wollte jemanden besetzen, der eine andere Färbung in der Sprache hat und den Schmäh hineinbringt, den ich im österreichischen Kino selber sehr liebe.

Wie hast du das Komische und Absurde der Geschichte visuell umgesetzt?

Mir war es wichtig, eine relativ losgelöste, stilisierte Vorstadt-Welt zu schaffen, die eher an die Filme der Coen-Brüder erinnert, als an Bayern. Visuell sollte der Film kein Sozialdrama über eine Kündigung und familiäre Krise werden, sondern eine mit Augenzwinkern erzählte Welt. Ich wollte eine gestaltete Oberfläche haben. Es sollte kein Naturalismus von der Straße sein, weil es wichtig ist, dass die Geschichte als solche erkennbar ist. Es heißt ja auch schon im Untertitel Die Geschichte von einem Mann, der überflüssig wurde und es gibt am Anfang und am Schluss die Erzählstimme von Hans, der das Ganze eindeutig auf eine Erzählebene führt.

Wie der Titel schon vermuten lässt, spielt auch ein Hund eine wichtige Rolle im Film. Wie verliefen die Dreharbeiten?

Der Hund war super. Ich habe ihn bei einer Tiertrainerin gefunden. Wir haben ihn sehr früh ausgesucht, damit er noch üben kann, was von ihm verlangt wird. Es war zwar nicht der erfahrenste Hund, den die Trainerin hatte, aber er war unheimlich gut. Der Hund wurde nicht auf ein bestimmtes Verhalten gedrillt, sondern es wurden eher spielerisch Konstellationen geschaffen, in denen er auf natürliche Weise das Richtige tun konnte. Manche Sachen waren einfach verblüffend. Im Drehbuch stand zum Beispiel, dass der Hund Hans herausfordernd anschauen sollte. Mehrere Leute haben mir beim Lesen des Drehbuchs augenzwinkernd gesagt, dass sie gespannt seien, wie ich das inszenieren werde. Als wir dann gedreht haben und die Kamera lief, saß der Hund vor uns und zwinkerte mit einem Auge. Das hat er einfach mal so „angeboten“. Und solche Situationen gab es mehrere. Das war erstaunlich.

Das Gespräch führte Julia Wülker (FilmFernsehFonds Bayern)

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