Fliegende Fische müssen ins Meer: Presseheft

 

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Presseheft: Inhalt

Ein Film von Güzin Kar

Deutschland/Schweiz 2011

KINOSTART: 25.08.2011
87 Min.

Verleih:
Movienet Film
Rosenheimerstr. 52
81669 München
Tel: 089-489 530 51
Fax: 089-489 530 56
info@movienetfilm.de
Pressekontakt:
Cinemaids
Kathrin Stammen & Cornelia Spiering GbR
Kidlerstr. 4
81371 München
Tel: +49 (0)89 – 44 23 98 -11 oder -12
Fax: +49 (0)89 – 44 23 98 -13
info@cinemaids.de

 

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Stab

Drehbuch und Regie
  Güzin Kar
Kamera
  Benjamin Dernbecher
Ton
  Hannes Ullmann
Szenenbild
  Gerald Damovsky
Schnitt
  Benjamin Fueter
Musik
  Fabian Römer
Produzenten
  Ruth Waldbuger

 

  Dietmar Güntsche

Besetzung

 
Roberta
  Meret Becker
Nana
  Elisa Schlott
Eduardo
  Barnaby Metschurat
Karl Hauser
  Hans-Peter Müller-Drossaart
Doris Gilbert
  Mona Petri
Herr Gilbert
  Andreas Matti
Nana
  Annette Corti
Tatjana
  Alia Duncan
Elvira
  Isabella Schmid
Toto
  Joseph Sunkler

FLIEGENDE FISCHE MÜSSEN INS MEER ist eine Produktion der Vega Film AG, Zürich und Neue Bioskop Film Produktions & Vertriebs GmbH, München

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Inhalt

Die knapp 16-jährige NANA MEIRINGER lebt mit ihrer alleinerziehenden Mutter und ihren beiden Halbgeschwistern in einem kleinen Dorf nahe der Deutsch-Schweizerischen Grenze am Hochrhein. Ihre Familie ist alles andere als perfekt: NANA muss sich ganz alleine um sich selbst, ihre Geschwister TATJANA und TOTO, und zwangsläufig auch um ihre Mutter ROBERTA kümmern, die, obwohl sie bereits drei Kinder von drei Männern hat, sich kopflos in neue Liebesabenteuer stürzt. NANA führt ein routiniertes Leben und arbeitet täglich als Schleusenwärterin beim Wasserkraftwerk, um den spärlichen Lebensunterhalt für die Familie zu verdienen. Lebhafte Tagträume sind das einzige, was sich das Mädchen leistet.

Das Familienleben verläuft immer gleich, bis zu dem Tag, als das Jugendamt nach dem tragischen Ende von Robertas neuester Liebschaft damit droht, die Kinder in ein Heim zu stecken. Endlich gibt Roberta sich einen Ruck und schwört, sich zu bessern, einen geregelten Job zu suchen und den Männern fernzubleiben. Nana und ihre Schwester Tatjana ahnen, dass Roberta es nicht lange ohne Männergeschichten aushalten wird. Aber bevor sie den nächsten Idioten anschleppen kann, wollen die Mädchen sich selber nach einem guten Mann für Roberta und einem geeigneten Ersatzvater für sich umsehen. Die Suche ist schwierig, zumal in einem so kleinen Provinzkaff die Auswahl beschränkt ist. Und so erstaunt es nicht, dass die Wahl auf den neu zugezogenen Arzt EDUARDO fällt, einen jungen, engagierten und humorvollen Mann, den die Mädchen nun besser kennenlernen wollen. Eduardo erkennt Nanas Einsamkeit und ihre Überforderung und ermutigt sie, an ihre eigene Zukunft zu denken und den kleinen Ort zu verlassen. Warum nicht den heimlichen Traumberuf der Schiffskapitänin wahrmachen? Er beginnt, mit Nana auf die Prüfungen in einer Hamburger Seefahrtsschule zu üben.

Ohne es selber zu merken, verliebt sich Nana in den viel älteren Mann. Es ist Roberta, die das unglückliche Ende dieser ersten Liebe ihrer Tochter ahnt und Nana vor einer Katastrophe bewahrt. Erst nachdem Roberta die Verantwortung für ihr Leben und das ihrer Kinder übernommen hat, kann Nana sich ablösen. Am Ende fährt sie davon, in ihre eigene Zukunft voller Hoffnung.

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Güzin Kar über ihren Film

Die Geschichte um Roberta und ihre Kinder erzählt von einer Familie mit geänderten Vorzeichen. Was hat Sie besonders daran interessiert?

Familiengeschichten werden ihren Reiz niemals verlieren, da sie universelle Themen in einem spezifischen Umfeld schildern. Im Zentrum von „Fliegende Fische müssen ins Meer“ steht die Mutter-Tochter-Beziehung mit umgekehrter Rollenverteilung: Die Mutter, Roberta, benimmt sich wie ein pubertierender Teenager, bekommt sich und ihr Leben nicht in den Griff und hat drei Kinder von drei Männern. Die älteste Tochter Nana sehnt sich nach einem bürgerlichen Familienleben. Sie sorgt für die Geschwister und verdient den Unterhalt der Familie mit. Doppelbelastung mit 16. Beide, Mutter und Tochter, sind Antiheldinnen. Die in den 90er Jahren in Medien- und Ratgeberbüchern überpräsenten Supermütter, die bei der Kindererziehung und in Job, Küche und Ehebett stets mit Höchstleistungen brillieren, gibt es nicht. Roberta und Nana sind beide auf ihre Art überfordert, jede ist auf ihre Art einsam im Mikrokosmos Familie. Der Film spiegelt ehrlich und schonungslos das Leben einer alleinerziehenden Mutter und ihrer Kinder.

Bei aller Schonungslosigkeit ist der Film aber anrührend und sehr komisch zugleich. Wie ordnen Sie den Film ein?

Ich bewege mich hier im Bereich der Tragikomödie oder der Dramödie, wie wir Drehbuchautoren auch gerne sagen. Es ist ein Genre, das mir sehr liegt, denn auch meine beiden früheren Schweizer Filme sind im selben Erzählstil gehalten: Ernste Themen werden auf leichtfüßige Art behandelt, Komik und Tragik liegen dicht beieinander. Wichtig ist mir in dieser Geschichte, dass trotz der komödiantischen Überhöhungen die Glaubwürdigkeit der Figuren und der Handlungen stets gewahrt wurde. Diesen Ort mit diesen Menschen könnte es real geben. Einzig in den Traumsequenzen wird die Realität bewusst unter-graben, aber das ist das Privileg von Träumen. Filme dieser Erzählart sind etwa „Meer-jungfrauen küsst man nicht“ („Mermaids“), „The Royal Tennenbaums“ oder auch der ernstere Film „Gilbert Grape“. Es sind berührende Geschichten, die auf lustige Art erzählt werden. Oder ganz einfach gesagt: „Fliegende Fische müssen ins Meer“ soll eine Mischung sein zwischen Bonbontüte und Pillenschachtel.

Auffallend sind auch das Farbkonzept und die Bilddramaturgie. Wie wichtig sind Ihnen diese Akzente?


Ich bin eine regelrechte Farbfetischistin und wollte mich bewusst von der zur Zeit angesagten Ästhetik der farbentsättigten Filme abgrenzen. Stattdessen wollte ich einen bunten, farbenfrohen Film machen, der Nanas Perspektive diente, die trotz aller Alltagssorgen eine kindlich-verspielte ist.

Wie haben Sie zu Ihrem Schauplatz, dem Grenzgebiet zwischen Deutschland und der Schweiz gefunden?

Da ich selber am Hochrhein aufgewachsen bin, fasziniert mich diese Gegend. Hier paart sich die tiefe Provinz mit zwangsläufiger Weltoffenheit, da man so oder so zwischen zwei Ländern hin- und herpendelt. Der Rhein als Landesgrenze mit dem Kraftwerk und der Schleuse steht hier als Metapher für die inneren Grenzen der Figuren. Wo werden ihre Möglichkeiten in die Schranken gewiesen? Welche Schleusen müssen sie öffnen, um in ungeahnte Weiten aufbrechen zu können? Oder ist Bleiben eine Option?

Können Sie erzählen, wie Sie diese so passende Besetzung ausgewählt haben?

In meiner Geschichte sind alle Figuren auf der Suche nach Liebe, jede auf ihre zuweilen tragikomische Art. Es haben alle einen Hau weg, und gerade deshalb sind sie so liebenswert. Mir war es aber wichtig, keine der Figuren zu pathologisieren. Meret Becker hat nicht nur Robertas Eigensinn und Verschrobenheit perfekt verkörpert, sondern auch ihre Brüchigkeit, ohne die sie eine Comicfigur geworden wäre. Elisa Schlott haben wir aus vielen Mädchen gecastet. Sie ist trotz ihres jugendlichen Alters kein Filmneuling und spielt mit Vorliebe Figuren, die nicht viel mit ihr selber gemein haben. In der Rolle der Nana musste sie die ganze Bandbreite vom einsamen Mädchen über die arbeitsame Schleusenwärterin bis hin zum Vamp abdecken, was ihr grossen Spass bereitet hat. Barnaby Metschurat und Hanspeter Müller-Drossaart verkörpern zwei absolut gegensätzliche Männer. Eduardo, gefangen in der Sehnsucht nach Bindung und der Flucht davor, bleibt auch in seinen emotionalsten Szenen distanziert und unerreichbar. Bei Barnabys präzisem Spiel reicht ein Blick, eine Körperhaltung, um diesen Zwiespalt zu erzeugen. Karl hingegen überschreitet in seiner verzweifelten Suche nach Liebe ständig die Grenzen, sowohl körperlich als auch geistig. Hanspeter Müller-Drossaart hat diesen an sich nervigen Charakterzug so liebeswürdig verkörpert, dass man versteht, weshalb Roberta sich mit ihm anfreundet.

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