Bar25: Presseheft

 
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Ein Film von Britta Mischer und Nana Yuriko

Deutschland 2012

KINOSTART: 03.05.2012
Laufzeit: 95 Minuten, HD

Verleih:
Movienet Film
Rosenheimerstr. 52
81669 München
Tel: 089-489 530 51
Fax: 089-489 530 56
info@movienetfilm.de

Pressekontakt:
LONGPLAYER
Claudia Berger & Sandra Bellin
Mehringdamm 57 Hof 3
10961 Berlin
Tel: 030-616 75 693
team@longplayer-kommunikation.com

 

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Stab

Buch und Regie

  Britta Mischer
  Nana Yuriko
Produzent
  Andro Steinborn
Koproduzenten
  Britta Mischer
  Nana Yuriko
Kamera
  Peppa Meissner
  Alexander Schmalz
Schnitt
  Bobby Good
Illustrationen
  Raúl Soria Andrés
Musik
  Reecode
Sounddesign
  Brian Cares
Ko-Produzent
  Ben Schneider
Redaktion
  Frank Seyberth ( ZDF / 3sat)
   
Protagonisten
  Christoph
  Danny
  Steffi Lotta
  Juval u.v.m.


BAR25 ist eine Produktion der Arden Film in Zusammenarbeit mit ZDF Kultur. Gefördert durch Crowdfunding.

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Inhalt

Ein großer Holzzaun verläuft um den legendären Club Bar25 in Berlin. Über die Grenzen der Stadt hinaus ranken sich die Mythen um das Wunderland für Erwachsene, um endlose Partys, Unmögliches und Verbotenes. Wer es einmal geschafft hat reinzukommen, der kommt so schnell nicht mehr raus. Stunden werden hier zu Tagen, Augenblicke zur Unendlichkeit. Denn hinter dem Bretterzaun erstrecken sich Club, Restaurant, Bar, Hostel und Zirkus – eine pulsierende Welt, in der Zeit keine Rolle spielt. Christoph, Steffi Lotta, Danny und Juval sind die Macher der Bar25 und leben jenseits von festgefahrenen Ideologien und Normen.

Sie erschaffen aus einer Brache an der Spree einen Jahrmarkt für Erwachsene. Musik, Ekstase und Kunst sind ihre Formen des Protests für ein selbstbestimmtes Leben. Doch die Umstrukturierung des Spreeufers in Berlin macht auch vor der Bar25 keinen Halt und so steht die Vertreibung aus dem Paradies bevor – jedoch nicht, ohne sich mit einem einzigartigen Spektakel zu verabschieden.

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Pressenotiz

BAR25 – TAGE AUSSERHALB DER ZEIT ist ein faszinierendes Zeitdokument über den weltweit bekannten Club am Berliner Spreeufer. Von der Entstehung im Jahr 2004 bis zur Schließung im September 2010 begleitet der Film vier kreative Köpfe der Bar25 und zeigt eindrucksvoll, wie Visionen gelebt und gesellschaftliche Konventionen auf den Kopf gestellt werden. Bewegende Bildwelten lassen den magischen Ort als Dokumärchen wiederauferstehen und entführen den Zuschauer in eine Welt, die frei ist von Normen und Zeitgefühl. Eine Welt voller Leben, Lust und Leidenschaft. Der Entwurf einer Gegenkultur im 21. Jahrhundert.

Britta Mischer und Nana Yuriko sind die Regisseurinnen von BAR25 – TAGE AUSSERHALB DER ZEIT, zudem haben sie den Film koproduziert. An ihrer Seite: Produzent Andro Steinborn (OMA IN ROMA, FUNNY GAMES, DIE GRÄFIN) von Arden Film. Frank Seyberth zeichnet für die Redaktion ZDFkultur/ 3sat verantwortlich. BAR25 – TAGE AUSSERHALB DER ZEIT ist ein durch Crowdfunding gefördertes
Projekt.

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Interview mit den Regisseurinnen

Wie kam der Film zustande?

Britta Mischer: Ich kenne Danny und Christoph vom Team der Bar25 schon lange, habe damals mitgeholfen, die Böschung zu roden, als die beiden das Gelände der späteren Bar25 entdeckt hatten. Nana war auch von Anfang an dabei, ganz früher hat sie auch in der Bar gearbeitet. Sie ist ein Typ wie Thierry Guetta in „Exit through the Gift Shop“: Immer mit einer kleinen Kamera unterwegs, immer alles mitfilmend. Wir beide haben uns im Backstage kennengelernt und festgestellt, dass wir ähnliche Interessen haben, dass wir beide Filme machen, und dass unser Schwerpunkt auf Jugendkulturen liegt. Die Bar25-Leute fragten mich dann, ob ich sie bei ihrer politischen Lobbyarbeit mit einem Film unterstützen kann. Und weil Nana schon jede Menge Material gesammelt hatte, haben wir uns zusammengetan. 2007 ist der erste kurze Film entstanden, der auf Arte lief. Wir waren damals aber schon so begeistert, dass wir uns entschlossen, etwas Längeres herzustellen.

Nana Yuriko: Kein Projekt hat mich seit der Euphorie in den Anfangsjahren der Technobewegung so gefesselt wie die Bar25. Seit der Entstehung 2004 begleite ich die Bar25 als Freundin, Teil der Crew und mit der Kamera. Aus purer Leidenschaft zu dem Projekt, habe ich in meiner Freizeit in den ersten Jahren regelmäßig Barschichten gerockt, Abende musikalisch gestaltet und die Oase mitbepflanzt. In den sieben Jahren hat die Bar25 für mich nie an Faszination verloren, im Gegenteil, all meine Erwartungen wurden immer wieder übertroffen… und es bleibt weiterhin spannend. Es ist ein Geschenk, diese unwiederbringliche Zeit mit wunderbaren Menschen aus nächster Nähe erlebt und für die Nachwelt festgehalten zu haben – und mit diesem Film all die Bilder und Erinnerungen zu teilen.

Also konntet Ihr die Geschichte der Bar25 lückenlos dokumentieren?


Britta Mischer: Ja, allerdings haben wir am Anfang nicht alles gefilmt, wir sind über die Jahre immer professioneller geworden, das Equipment übrigens auch. Das erste Material ist von 2004, 2007 haben wir auch angefangen, Interviews zu machen. Insgesamt gibt es über 750 Stunden Filmmaterial.

Euer Film hat einen sehr außergewöhnlichen Look, jedes Bild ist besonders, psychedelisch, märchenhaft...


Britta Mischer: Ja, zuerst haben wir auf Mini-DV-Kameras gedreht, aber dann wurden die Geräte immer besser, und schließlich kam unsere Kamerafrau Peppa Meissner dazu, noch etwas später Alex Schmalz. Die beiden sind sehr darin aufgegangen, haben viel herumexperimentiert, mit Schärfe und Unschärfe und Licht. Und wir mussten darauf achten, nicht mit normalen Fernsehkameras mit diesem verschreckenden Kopflicht drauf zu filmen, denn so eine Nachtsituation in der Bar ist ja sehr fragil. Die Leute wollen auch privat sein, man kann also nicht mit Riesenkameras und hellem Scheinwerfer anrücken. Unsere Kameras waren sehr klein, wir konnten so inmitten der Leute sein. Wir sind auch immer thematisch mitgegangen, wenn das Thema der Party „Hubba Bubba“ war, haben wir uns und auch unsere Kameras eben als Kaugummis verkleidet. Und wir haben auch immer überall ausgehängt, dass wir filmen.

Nana Yuriko: Wir haben auch einfach einen Ehrenkodex. Wir wollen die Leute nicht bloßstellen. Ich wollte immer die Schönheit dieser Bewegung zeigen. Diese Drogenklischees stimmten eben auch für diesen Club nicht. Für uns war spannend zu zeigen, dass die Menschen sich zwar gern gehen lassen, gleichzeitig aber professionell sind und ihren Job auf die Reihe bekommen.

Britta Mischer: Genau, man war draußen, die Sonne ging morgens auf, das Licht schien auf die Köpfe – da gab es wenig Gesichtsdisco. Und wenn, kamen gleich ein paar Elfenwesen die ganz wundervoll aussahen.

Nach welchen Kriterien habt Ihr entschieden, was und wie viel Ihr zeigen wollt?


Britta Mischer: Unser Film ist ein Dokumärchen. Keine Reportage, keine Gesellschaftsbeobachtung. Manchmal könnte zu viel Information über die Protagonisten ja etwas entmystifizieren. Darum haben wir auch diese märchenhaften Zitate-Zwischentitel mit Zeichnungen von Raúl Soria genommen, der ebenfalls aus dem Bar25-Umfeld kommt und schon Plattencover für das Bar25-Label illustriert hat.

In welcher Tradition steht Euer Film?


Nana Yuriko: Es gibt diesen alten Ken Kesey and the Merry Pranksters-Film über einen Roadtrip mit dem Hippiebus, und diese Idee passt für mich sehr schön zur Bar25 – in fiktive Alter Ego-Figuren schlüpfen, in einer Parallelwelt leben. Außerdem haben wir auch an Filme wie „The Trip“ gedacht. Aber unser Werk soll auch ein bisschen die Oral History über diese Zeit in Berlin darstellen. Diese zweite Techno-Generation, nach dem Motto: Unser Club steht zwar, wir wollen aber jetzt mehr als nur Scanner, Beats und Coolness. Wir wollen an die Kreativität der Anfang-90er anknüpfen! Als noch alles handgemacht war. Dass die Bar25 sich auch für kommerzielle Zwecke hergab, also industriefinanzierte Partys ausrichtete, wurde ihr öfter vorgeworfen.

Britta Mischer
: Eigentlich hat natürlich jede Bar und jede Kneipe einen Sponsoren, der die Aschenbecher zahlt, die Bierdeckel bedruckt. Doch weil die Bar25 ein alternatives Projekt war, gab es diese Verrats-Vorwürfe. Ich finde allerdings, dass sie sich nie verkauft hat. Denn die Macher haben immer das gesamte Geld wieder hineingesteckt. Als sie 2010 das Adidas-Projekt hatten, wurde mit dem Geld ein riesiger Park mit Skater-Rampe gebaut, und ein Swimming Pool, für die Allgemeinheit! Da wurden dann herrliche Schlammfeste gefeiert. Die Macher selber haben weiterhin in einem Bauwagen gelebt, und sich mit 20 Leuten eine Dusche geteilt! Das hab ich ja nie verstanden.

Könntest Du denn so leben?

Britta Mischer: Ich glaube, ich wohne lieber in einer Wohnung... aber unsere Kamerafrau Peppa hat dort gelebt, mehrere Monate. Und wir haben in der Bar25 auch geschlafen, manche Partys gingen tatsächlich einige Tage lang.

Könnt Ihr etwas zur Finanzierung des Films sagen?

Britta Mischer
: Wir hatten keine Chance auf normale Filmförderung, denn da hätte man das Konzept vor dem Dreh einreichen müssen. Und unser Film war ja eigentlich schon abgedreht. In Berlin gibt es leider keine Förderung nur für den Bereich Postproduktion. Daher schauten wir uns nach Alternativen um, und gerade hatte ein Bekannter von uns eine Crowdfunding-Plattform aufgemacht. Das war eine wirklich gute Alternative. Wir waren eines der ersten Filmprojekte in Deutschland, die durch Crowdfunding gefördert wurden.

Wie hat das funktioniert?

Nana Yuriko
: Wir mussten zuerst aus unserem Material einen kleinen Trailer schneiden. Dann haben wir uns Prämien für die Unterstützer überlegt. Songs, ein Kartenspiel, eine DVD... je nach Summe. Es haben 274 Leute mitgemacht, insgesamt kamen 26 000 Euro zusammen.

Hat das gereicht?

Nana Yuriko
: Natürlich nicht. Aber immerhin für den Start, wir konnten einen Cutter bezahlen, und die Archivierung. Für weitere Bereiche wie Postproduktion, Ton und Musik konnten wir glücklicherweise auf die Unterstützung von ZDFkultur/ 3sat zählen.

Was möchtet Ihr mit Eurem Film bewirken?


Nana Yuriko
: So etwas wie die Bar25 soll auf jeden Fall animieren. Gerade auch außerhalb von Berlin. Ich glaube im Ausland, wo die Gesetzeslage anders ist, ist die Bar25 eine Sensation. Mitten im Stadtzentrum so eine große Fläche für eine so lange Zeit zu bespielen – das ist einmalig.

Britta Mischer
: Außerdem soll der Film auch zeigen, was da politisch lief – das Thema Clubsterben ist ja immer noch aktuell. Axel Schulz (Anmerkung: Manager der Band Die Ärzte) hat gesagt, so etwas wie die Bar25 sollte eigentlich unter Denkmalschutz gestellt werden, weil es so einzigartig ist.

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